Rostock – Prof. Dr. Sarah Joost ist zum 1. Februar auf die Junior-Professur für Anatomie berufen worden. Die 36-Jährige hat in Rostock studiert, hier promoviert und ihr Forschungsfeld zu Grenzflächen des zentralen Nervensystems aufgebaut. Prof. Joost konzentriert sich bei ihrer Arbeit auf die Rolle der Hirnhäute bei Entzündungsprozessen sowie auf die Frage, über welche Wege Immunzellen in das zentrale Nervensystem einwandern können. Dieser Prozess ist wissenschaftlich noch immer nicht vollständig verstanden.
Prof. Dr. Bernd Krause, Dekan und Wissenschaftlicher Vorstand, würdigte die Berufung als großen Gewinn für die Fakultät: „Mit Prof. Joost gewinnen wir eine Expertin, die wissenschaftliche Exzellenz mit einer herausragenden Lehrpersönlichkeit verbindet.“ Darüber hinaus erklärte er, dass ihre Forschung das strategische Forschungsfeld Neurowissenschaften des Schwerpunktes HealthTechMedicine der Universitätsmedizin Rostock ideal ergänze und neue Impulse für die Grundlagenforschung setze.
Prof. Joost zeigte sich dankbar für das entgegengebrachte Vertrauen und betonte, wie prägend die Verbindung zwischen Forschung und Lehre in Rostock für ihren wissenschaftlichen Weg gewesen sei. „Mich reizt die Kombination aus neurowissenschaftlicher Forschung und anatomischer Lehre enorm“, sagte sie. Dabei lege sie großen Wert darauf, Studentinnen und Studenten ein präzises räumliches Verständnis der Anatomie des Nervensystems zu vermitteln, um u. a. moderne neuroanatomische Bildgebung sicher interpretieren zu können.
Künftig sollen in der Lehre Digitalisierung eine noch größere Rolle spielen und so die „digitale und analoge Anatomie“ stärker verzahnt werden. Zugleich werde die Arbeitsgruppe von Prof. Joost wachsen, wodurch umfangreichere experimentelle Untersuchungen von Immunzellen und Liquorproben möglich werden. Diese Arbeiten sollen weiter aufklären, welche Rolle die Hirnhäute bei entzündlichen Erkrankungen oder auch bei Krebserkrankungen spielen und damit das Verständnis von Erkrankungsprozessen weiter verbessern. Die Junior-Professur ist im Tenure-Track-Verfahren angelegt. Nach einer Leistungsüberprüfung nach drei und sechs Jahren kann die Position in eine W2-Professur dauerhaft verstetigt werden. Für Prof. Joost bedeutet dies eine verlässliche Perspektive für ihre wissenschaftliche Weiterentwicklung sowie die Möglichkeit, sich in dieser Zeit zu habilitieren.
Prof. Joost hob außerdem hervor, wie sehr sie den Wissenschafts- und Forschungsstandort Rostock schätze. „Rostock ist eine Universität der kleinen Wege, und als Nachwuchswissenschaftlerin werde ich hier gesehen und kann mich konstruktiv einbringen“, sagte sie.
Auch Prof. Dr. Dr. Markus Kipp, Direktor des Instituts für Anatomie, begrüßte die Entscheidung ausdrücklich. „Durch die Besetzung der Professur mit einer vielversprechenden Nachwuchswissenschaftlerin kann sich das Institut in den nächsten Jahren sowohl in Forschung als auch Lehre strategisch weiterentwickeln“, sagte Prof. Kipp. Besonders die Arbeiten an Tiermodellen und die Erforschung der Einwanderungswege von Immunzellen seien entscheidend, um entzündliche Erkrankungen des Nervensystems besser zu verstehen. Die Junior-Professur eröffne dem Institut langfristig die Möglichkeit, dieses Forschungsfeld auf international konkurrenzfähigen Niveau weiterzuentwickeln.












