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Rostocker Mediziner fordert mehr Aufklärung über AIDS/Dr. Fritzsche: Unaufmerksamkeit führt zu Neuerkrankungen

30. November 2012

Der Rostocker Mediziner Dr. Carlos Fritzsche fordert mehr Aufklärung über die Immunschwächekrankheit AIDS. Anlässlich des Welt-AIDS-Tages am 1. Dezember weist der Arzt darauf hin, dass die Krankheit nach wie vor weder besiegt noch heilbar sei.

Im Gegenteil belegen neueste Schätzungen des Robert-Koch-Instituts, dass in diesem Jahr die Zahl der Infizierten wieder anstieg.

 

„Die Gründe für das Anwachsen der Infizierten-Zahlen sind sicherlich vielschichtig“, so Dr. Fritzsche, der an der in der Abteilung für Infektiologie und Tropenmedizin an der Universitätsmedizin Rostock auch die AIDS-Patienten betreut. 2011 seien die Zahlen rückläufig gewesen. Doch dieser positive Trend werde sich 2012 nicht fortsetzen. „Nach unserer Einschätzung werden die Menschen immer unaufmerksamer, AIDS wird von vielen nicht wirklich als Problem wahrgenommen. Aus diesem Grund sollte wieder mehr in wirksame Aufklärung investiert werden“, so Dr. Fritzsche.

 

„Auch in Mecklenburg-Vorpommern müssen wir regelmäßig Neudiagnosen stellen“, so Dr. Fritzsche. „Leider hat sich in Bezug auf neue Therapieformen nicht viel bewegt.“ Die Standardtherapie sei immerhin etabliert und auch wirkungsvoll, denn sie dränge den Ausbruch von AIDS nach einer HIV-Infektion zurück und führt zu einer Verlängerung der Lebenszeit, doch führe sie nicht zur Heilung der Betroffenen. Verabreicht werde eine Dreifachkombination aus hochwirksamen Medikamenten, eine so genannte antiretrovirale Therapie.

 

Beim Verdacht auf eine mögliche Ansteckung mit dem HI-Virus empfiehlt Dr. Fritzsche, umgehend einen Test zu machen. Diese können problemlos in den Beratungsstellen durchgeführt werden. Durchgeführt werden die Tests von den Gesundheitsämtern oder den AIDS-Zentren bzw. Beratungsstellen. Auch an der Universitätsmedizin Rostock haben Betroffene die Möglichkeit, einen AIDS-Test durchführen zu lassen.