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Traumaambulanz für Kinder und Jugendliche an der Universitätsmedizin Rostock eröffnet

02. September 2025
Neun Personen stehen vor einem Eingang, der mit kindgerechten Motiven und dem Schriftzug Traumaambulanz beschriftet ist, und schneiden ein rotes Band durch

Eröffneten heute die Traumaambulanz der Unimedizin Rostock: v. l. Malte Raether (LAGuS), Dr. Martin Reinhardt (Leitender Oberarzt), Dr. Katja Wunsch (Leitende Psychologin), Prof. Dr. Michael Kölch (Klinikleiter), Anne Streubel (LAGuS), Carsten Krüger (Kaufmännischer Zentrumsleiter), Katja Gräfe (Pflegedienstleitung), André Seifert (LAGuS) und Schwester Kristin Brüggmann.

Neue Anlaufstelle bietet schnelle Hilfe nach Gewalterfahrung und stärkt die psychische Stabilität von Betroffenen und Angehörigen

Die Universitätsmedizin Rostock hat am 2. September die spezialisierte Traumaambulanz für Kinder und Jugendliche eröffnet. Ziel ist es, jungen Menschen nach schweren Gewalterfahrungen rasch psychologische Unterstützung zu bieten und psychische Langzeitfolgen zu verhindern. Die Ambulanz richtet sich an Betroffene von sexualisierter Gewalt, Zeugen schwerer Gewaltverbrechen, Mobbing oder anderen traumatisierenden Erlebnissen. Im Fokus steht eine zeitnahe, niedrigschwellige psychologische Erstversorgung, auch für Eltern oder andere Bezugspersonen der Kinder und Jugendlichen.

„In der Ambulanz bekommen Kinder, Jugendliche und ihre Familien nach Gewalterfahrungen frühzeitige Hilfe für psychische Folgen. Das Besondere ist, dass Betroffene sehr zeitnah einen Termin für ein Erstgespräch erhalten, bei dem die weitere mögliche Behandlung festgelegt wird“, sagt Dr. Katja Wunsch, Leitende Psychologin der Klinik für Psychiatrie, Neurologie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter an der Universitätsmedizin Rostock.

Laut Dr. Wunsch gehören zu den häufigsten psychischen Reaktionen auf Traumatisierungen bei Kindern und Jugendlichen unter anderem Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Angstzustände, Rückschritte in der Entwicklung und belastende Erinnerungen. Umso wichtiger sei eine frühe und gezielte Intervention, bevor sich chronische Traumafolgestörungen entwickeln.

Damit diese Hilfe schnell zur Verfügung steht, unterstützt das Land über das Landesamt für Gesundheit und Soziales Mecklenburg-Vorpommern (LAGuS) die Finanzierung des Angebots nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) XIV. „Wir wollen sicherstellen, dass in diesen sensiblen Situationen niemand allein gelassen wird und Hilfen kurzfristig und unbürokratisch zur Verfügung stehen. Deshalb finanzieren wir zwei Erstgespräche in der Traumaambulanz sowie bei Bedarf bis zu 16 weitere psychotherapeutische Sitzungen, anschließend greift die gesetzliche Krankenkasse“, erklärt Sozialministerin Stefanie Drese.

Die Traumaambulanz ist auch mit weiteren Hilfestrukturen in Rostock vernetzt. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit der interdisziplinären Kinderschutzgruppe der Universitätsmedizin Rostock, in der Fallbesprechungen bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdungen stattfinden und der Opferambulanz der Rechtsmedizin, in der Betroffene eine gerichtsfeste Dokumentation bei Gewalttaten vornehmen lassen können. Die Traumaambulanz ist unter 0381/494 144 665 zu erreichen und befindet sich in der Klinik für Psychiatrie, Neurologie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter auf dem Campus Gehlsdorf der Universitätsmedizin Rostock.

Bei Bedarf können Dolmetscherinnen oder Dolmetscher hinzugezogen werden, um sprachliche Hürden abzubauen und die Versorgung möglichst barrierefrei zu gestalten.