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Universitätsmedizin Rostock etabliert neuen Arbeitsbereich Handchirurgie

01. February 2013

Die Universitätsmedizin Rostock verfügt seit kurzem über einen eigenen Arbeitsbereich Handchirurgie. Angesiedelt ist er in der Unfallchirurgie, der Name der Klinik wurde entsprechend erweitert zu Klinik und Poliklinik für Unfall-, Wiederherstellungschirurgie und Handchirurgie.

Leitende Oberärztin des Bereichs ist Dr. Alice Wichelhaus, die seit 2008 an der Universitätsmedizin Rostock arbeitet und seitdem den Bereich Handchirurgie ausbaute. Unter anderem etablierte Dr. Wichelhaus eine handchirurgische Sprechstunde. Die Zahl der handchirurgisch behandelten Patienten ist seitdem deutlich gestiegen.

 

Wenn zum Jahreswechsel Menschen mit schweren Böller-Verletzungen an den Händen in die Universitätsmedizin Rostock eingeliefert werden, dann steht die Handchirurgie ganz besonders im Fokus der Aufmerksamkeit. Allerdings herrsche das ganze Jahr über ein hoher Bedarf an handchirurgischer Behandlung, sagt Dr. Alice Wichelhaus. „Insofern ist es konsequent, die Handchirurgie als eigenen Arbeitsbereich zu betonen und auch nach außen hin kenntlich zu machen.“ Vier Mediziner arbeiten in diesem neuen Bereich, eine weitere Vergrößerung der Mitarbeiterzahl sei in Planung, so Dr. Wichelhaus.

 

Behandlungsschwerpunkt des Arbeitsbereiches sind die so genannten „traumatisierten Hände“, also Verletzungen, die sich Menschen bei unterschiedlichsten Unfällen zuziehen, so Dr. Wichelhaus. „Das ganze Jahr über haben wir es mit Schnittverletzungen, Verletzungen etwa durch Kreissägen oder auch mit Schussverletzungen zu tun. Auch bei Stürzen werden häufig gerade die Hände verletzt.“ Bei Winterwetter mit Frost und Glatteis schnellen die Patientenzahlen in die Höhe, denn bei Stürzen werden häufig die Handgelenke verletzt.

 

Behandelt werden derartige Verletzungen im Arbeitsbereich Handchirurgie nach den aktuellsten Erkenntnissen der Disziplin. „Die Handchirurgie hat sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten stark verändert“, sagt Dr. Wichelhaus. Früher wurden verletzte Hände langwierig eingegipst und ruhiggestellt. „Aber gerade Sehnen verkleben mit ihrer Umgebung, wenn sie zu lange nicht genutzt werden und können dauerhaft ihre Funktion verlieren.“ Rasche Wiederherstellung der Bewegungsfähigkeit und Funktionalität der Hände stehe daher heute im Vordergrund. Forschungsprojekte werden sich speziell mit der Behandlung von Sehnen beschäftigen. Neben der regelmäßigen handchirurgischen Sprechstunde an der Universitätsmedizin wurde unterdessen auch ein handchirurgischer Rufdienst eingerichtet.

 

Dr. Alice Wichelhaus, geboren 1969, studierte Medizin an der Freien Universität Berlin, ihre handchirurgische Ausbildung absolvierte sie im berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhaus Berlin. 2008 wechselte sie von dort an die Universitätsmedizin Rostock.