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Universitätsmedizin Rostock nimmt brandsanierte psychiatrische Station wieder in Betrieb

20. January 2026
2 Personen stehen Freude strahlend nebeneinander

Katja Gräfe, pflegerische Leitung des Departments für Psychosoziale Medizin, und Dr. Fabian Schäbe, Oberarzt auf der geschützten Station P1, besichtigen die brandsanierten Behandlungszimmer. Bildquelle: Universitätsmedizin Rostock

Dank an alle Beteiligten für gemeinsames Handeln in den vergangenen Monaten

Rostock – Die Universitätsmedizin Rostock wird am 26. Januar die Station P1 für akutpsychiatrische Patientinnen und Patienten wieder in Betrieb nehmen. Mit der Rückkehr dieser wichtigen Behandlungseinheit wird die Versorgung von schweren psychiatrischen Erkrankungen deutlich stabilisiert. Die Teileröffnung folgt auf mehrere Monate intensiver Sanierungsarbeiten nach einem Brand Anfang September, der die akutpsychiatrischen Kapazitäten erheblich eingeschränkt hatte. In den kommenden Wochen ist die schrittweise vollständige Eröffnung der Station P1 vorgesehen. Nach weiteren Baumaßnahmen ist der Betrieb von drei geschützten Stationen ab Ende 2026 vorgesehen, bevor ab voraussichtlich 2030 mit der Nutzung des Neubaus der Psychiatrie bis zu vier spezialisierte Bereiche für akutpsychiatrisch erkrankte Patientinnen und Patienten zur Verfügung stehen werden.

Prof. Dr. Dr. Johannes Thome, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, betont die fachliche und strukturelle Bedeutung dieses Schrittes. „Die Wiederinbetriebnahme der Station P1 ist ein zentraler Baustein, um die akutpsychiatrische Versorgung am Standort Rostock wieder belastbarer aufzustellen“, erklärt Prof. Thome. Zugleich spricht er allen Beteiligten seinen ausdrücklichen Dank aus, darunter den Mitarbeitenden der Psychiatrischen Klinik und der Universitätsmedizin Rostock, dem Land Mecklenburg-Vorpommern, der Hanse- und Universitätsstadt Rostock, den beteiligten Baufirmen sowie der Rostocker Feuerwehr, dem Rettungsdienst, dem Amtsgericht, der Polizei und insbesondere der Psychiatrischen Klinik Güstrow für die kontinuierliche und kollegiale Unterstützung in einer außergewöhnlich angespannten Versorgungssituation. Diese hätten in den vergangenen Monaten dazu beigetragen, unter deutlich reduzierten Kapazitäten ein Ergebnis zu erreichen, das die Weiterversorgung psychisch schwer erkrankter Patientinnen und Patienten ermöglicht hat.

Auch aus pflegerischer Perspektive markiert die Teileröffnung einen wichtigen Meilenstein. Katja Gräfe, pflegerische Leitung des Departments für Psychosoziale Medizin, verweist auf die besonderen Herausforderungen der vergangenen Monate. Sie hebt hervor, dass das pflegerische Team unter stark reduzierten räumlichen und organisatorischen Möglichkeiten dennoch eine kontinuierliche Betreuung sichergestellt habe. „Die Rückkehr der Station P1 entlastet nicht nur die Abläufe, sondern verbessert spürbar die Arbeitsbedingungen und die Versorgungssituation für unsere Patientinnen und Patienten“, so Gräfe.

Der Brand Anfang September hatte zur Folge, dass von ursprünglich zwei Stationen für akutpsychiatrische Fälle zeitweise nur eine nutzbar war. Diese deutliche Reduzierung der Kapazitäten erforderte eine enge Abstimmung innerhalb der Universitätsmedizin Rostock sowie mit externen Partnerinnen und Partnern, insbesondere mit der Rostocker Feuerwehr, dem Rettungsdienst und psychiatrischen Einrichtungen im gesamten Land, um Behandlungslücken zu vermeiden und akute Notlagen angemessen aufzufangen. Bereits im Februar wird eine weitere sanierte Station übergeben, die künftig von der Station P2 für akutpsychiatrisch zu behandelnde Patientinnen und Patienten genutzt wird.

Gräfe unterstreicht, dass insbesondere die enge Zusammenarbeit zwischen Pflege, ärztlichem Dienst und externen Einrichtungen maßgeblich dazu beigetragen habe, die Versorgung auch unter erschwerten Bedingungen aufrechtzuerhalten. „Die Teileröffnung der Station ist daher nicht nur ein baulicher Fortschritt, sondern Ausdruck einer hohen fachlichen und organisatorischen Leistungsfähigkeit der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie“, betont Prof. Thome.

Die bauliche Weiterentwicklung der akutpsychiatrischen Versorgung an der Universitätsmedizin Rostock setzt sich in den kommenden Jahren fort. „Die bisherigen Räumlichkeiten der Station P2 werden umfassend runderneuert, sodass voraussichtlich ab Ende 2026 eine dritte geschützte Station zur Verfügung stehen wird“, erläutert Carsten Krüger, Kaufmännischer Leiter des Departments für Psychosoziale Medizin.

Mit dem Neubau der Psychiatrie, für den der Tiefbau im zweiten Quartal 2027 beginnen soll, werden die Kapazitäten an akutpsychiatrischen Stationen nochmals deutlich erweitert. Die bauvorbereitenden Maßnahmen mit dem Bau eines temporären Containergebäudes, internen Umzügen und der Baufeldfreimachung haben bereits 2024 begonnen. Krüger verweist darauf, dass mit dem vorgesehenen Nutzungsbeginn 2030 bis zu vier Stationen zur Verfügung stehen werden, die optional für Patientinnen und Patienten mit hoher Eigen- und Fremdgefährdung genutzt werden können, um dem stetig gestiegenen Versorgungsbedarf in der Region Rostock nachhaltig zu begegnen.