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Usbekische Lehrkräfte an der Universitätsmedizin Rostock

04. August 2026
Gruppenfoto vor dem Hauptgebäude der Unimedizin Rostock

Die usbekischen Trainer und Gäste sowie Vertreter der Unimedizin Rostock kamen am Campus Schillingallee zusammen.

Auftakt für eine Pflegeausbildung nach deutschem Standard

An der Universitätsmedizin Rostock (UMR) haben in der vergangenen Woche sechs speziell ausgewählte usbekische Lehrkräfte ein Präsenzseminar absolviert, das internationale Pflegeausbildung neu denkt. Als Trainerinnen und Trainer schulen sie anschließend in ihrem Heimatland weitere Lehrkräfte, die den deutschen Pflegestandard in die Ausbildung angehender Fachkräfte tragen. Das Seminar ist Teil eines Ausbildungsprogramms der Globogate, der German Medical Academy (GMA) in Usbekistan, und ihr erster sichtbarer Schritt auf deutschem Boden.

Das Seminar „Train the Trainer“ fand an der Höheren Berufsfachschule der Universitätsmedizin Rostock statt und endete am 31. Juli mit einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung. Sechs usbekische Trainerinnen und Trainer, begleitet von Vertretern der usbekischen Berufsbildungs- und Migrationsbehörden, vertieften hier ihre didaktischen und fachlichen Kompetenzen. Unter der Schirmherrschaft von Annett Laban, Pflegevorstand der UMR, führte ein interprofessionelles Dozententeam aus Medizinpädagogik, Praxisanleitung sowie betriebswirtschaftlicher und Managementexpertise durch das Programm, dessen Weiterentwicklung fortlaufend evaluiert wird. So soll die Ausbildung usbekischer Pflegefachkräfte konsequent an deutschen Standards ausgerichtet werden.

Hinter dem Seminar steht ein Programm von erheblicher Reichweite. Mit der German Medical Academy betreibt Globogate gemeinsam mit zwei usbekischen Regierungsbehörden, der Agentur für Berufsbildung beim Ministerium für Hochschulbildung, Wissenschaft und Innovation und der Migrationsagentur beim Ministerkabinett der Republik Usbekistan, ein staatlich gefördertes Ausbildungsprogramm. Der erste Jahrgang mit 700 aufgenommenen Studierenden an 15 medizinischen Fachschulen begann seine dreijährige Ausbildung Ende Oktober 2025; der Abschluss ist für Juni 2028 vorgesehen. Für das laufende Studienjahr 2026/2027 ist die Kapazität auf 1500 Plätze und 20 Fachschulen gewachsen. Alle Studierenden werden über ein staatlich finanziertes Vollstipendium ausgebildet.

Der Ausbildungsweg orientiert sich am Modell der Ausbildungspartnerschaften (Global Skills Partnership), das qualifizierte Zuwanderung fair gestalten soll: Ausgebildet wird im Heimatland, ein vollwertiger Berufsabschluss bleibt dort erhalten, und die Qualifizierung ist auf eine spätere Anerkennung in Deutschland ausgerichtet. Die Studierenden absolvieren dafür ein eigens entwickeltes deutsches Ergänzungscurriculum. Konzept und Curriculum wurden gemeinsam mit der Uniklinik RWTH Aachen entwickelt, die als zentraler Partner die fachliche Konzeption der German Medical Academy und des Train-the-Trainer-Formats verantwortet hat. Ziel des Modells ist, dass die Absolventen anerkennungsfähig ankommen und der lange Weg der Nachqualifizierung nach der Einreise entfällt.

Die sechs Lehrkräfte, die in Rostock geschult wurden, stehen damit am Anfang einer Kette: Ihr Wissen geben sie zunächst an weitere Lehrkräfte in Usbekistan weiter – und über diese erreicht der deutsche Standard Hunderte künftige Pflegefachkräfte.

„Als Universitätsmedizin verstehen wir Ausbildung als Verantwortung, die nicht an Ländergrenzen endet. Wenn wir usbekische Lehrkräfte hier nach unseren Standards weiterqualifizieren, wirkt das weit über Rostock hinaus und stärkt langfristig die Profession Pflege“, so Caren Erdmann, Referentin des Pflegevorstandes der Universitätsmedizin Rostock. Globogate-Geschäftsführer Dr. Alexander Rhode ergänzt: „Wir reden in Deutschland viel über den Pflegemangel und zu wenig darüber, wie gute internationale Ausbildung tatsächlich gelingt. In Rostock sieht man es: Nicht einzelne Fachkräfte werden vermittelt, sondern ein Standard wird weitergetragen. Das ist der Unterschied zwischen Anwerbung und echter Qualifizierung.“

Wie sehr die Anerkennung über Verbleib und Gehaltsentwicklung internationaler Pflegekräfte entscheidet, dokumentiert Globogate im Integrationsbarometer, einer seit 2020 laufenden Langzeitbefragung. Sie zeigt, an welchen Stellen das deutsche System nachbessern muss.