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Aktuelles

Vom „Einbruch im Aufbruch“ zum „Aufbruch im Einbruch“: Mediziner diskutieren Umgang mit lebensbedrohlichen oder chronischen Erkrankungen bei jungen Menschen

16. August 2012

„Einbruch im Aufbruch“ lautet der Titel des Symposiums, das am 25. August 2012 an der Universitätsmedizin Rostock stattfindet.

Thema ist der Umgang mit schweren und lebensbedrohlichen Erkrankungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die damit bei ihrem Aufbruch in die Phase der Selbstständigkeit aus der Bahn geworfen werden. Organisiert wird die fächerübergreifende Tagung von der interdisziplinären Projektgruppe AYAROSA (Adolescents and Young Adults/Rostocker Aufbruch zur psychosozialen Versorgung Jugendlicher und junger Erwachsener mit Krebs), die sich aus Ärzten und Psychologen des Instituts für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie, der Klinik für Hämatologie, Onkologie, Palliativmedizin, der Universitäts-Kinder- und Jugendklinik, sowie weiteren Kliniken und Einrichtungen der Universität Rostock zusammensetzt. Nach einer ersten Veranstaltung im Vorjahr wird dies Thema nun weitergeführt. Erwartet werden rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

 

Das Symposium spannt in diesem Jahr einen weiten Bogen – von der Biologie von Tumorerkrankungen bei jungen Menschen über psychoonkologische Besonderheiten im Umgang mit Betroffenen und deren Angehörigen bis hin zu Rehabilitationsmaßnahmen und dem Aufbau von Selbsthilfegruppen. „Die Diagnose einer lebensbedrohlichen Krankheit bedeutet für einen Menschen immer einen schweren Schlag“, sagt Privatdozent Dr. Carl Friedrich Classen, Oberarzt der Onkologischen Station der Kinder- und Jugendklinik. „Doch aus dem ‚Schlag’ muss eine ‚Aufgabe’ werden“, kommentiert Dr. Inken Hilgendorf, Oberärztin der Klinik für Hämatologie, Onkologie, Palliativmedizin. „Der Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten ist besonders wichtig, denn sie wissen aus eigener Erfahrung, wie mit den anstehenden Problemen umzugehen ist“, so Dr. Hilgendorf weiter. Entsprechend werden neben Mitgliedern von Selbsthilfegruppen Referenten aus ganz Deutschland über Wege diskutieren, wie aus dem „Einbruch“ ein „Aufbruch“ werden kann. Denn wie Studien belegen, haben junge Menschen nach überstandener Krankheit häufig Probleme, den Weg ins normale Leben zurückzufinden, um beispielsweise einen Schulabschluss, die Ausbildung oder das Studium abzuschließen.

 

Im Rahmen der Tagung wird auch eine Patientenbefragung in Kooperation mit dem Krebsregister Rostock vorgestellt, in der die komplexen psychosozialen, beruflichen, familiären und medizinischen Belastungen erfasst werden, denen sich die Betroffenen ausgesetzt sehen. Anliegen des Projektes ist die Verbesserung der Lebensqualität der Patienten durch gezielte psychosoziale Betreuung. Die Untersuchung wird von der interdisziplinären Projektgruppe AYAROSA durchgeführt, die vor zwei Jahren gegründet wurde.

 

25. August 2012, 8.30 bis 15.30 Uhr, „2. Rostocker Symposium zur Bewältigung lebensbedrohlicher Erkrankungen im Jugend- und jungen Erwachsenenalter“, Hörsaal der Universitäts-Kinder- und Jugendklinik, Ernst-Heydemann-Straße 8, 18057 Rostock