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Jetzt auch 3D: Säle sind fit für Schlüsselloch-OPs

06. Juni 2017

Medizintechniker Dr. Robert Sattler in einem der beiden neu ausgestatteten Säle. Hier werkeln noch die Techniker; jetzt wird darin schon operiert.

Chirurgie-Teams arbeiten mit vernetzter Technik und neuen Möglichkeiten

Rostock/Hansaviertel – Zwei Säle im Zentral-OP der Unimedizin Rostock an der Schillingallee sind in hochmoderne und komfortable Operationsbereiche für minimal-invasive Eingriffe umgewandelt worden. Wichtigstes Merkmal: Alle Geräte im Raum sind vernetzt. „Über eine Fernbedienung mit Touchpad können sie zentral gesteuert werden“, sagt Medizintechniker Dr. Robert Sattler. Jetzt verlaufen keine Kabel mehr um den Operateur auf dem Fußboden: „Die Leitungen sind verkleidet; so lässt sich der Boden auch einfacher reinigen.“

Per Videostreaming lässt sich das Geschehen im OP-Saal nach draußen übertragen, etwa in den  Hörsaal oder auf den Monitor eines Konferenzraums. Zur Ausstattung gehören unter anderem neue Leuchten, Bildschirme mit Schwenkarmen, eine Deckenkamera für den Blick von oben, Ultraschallgeräte, die Bilder aus dem Innern des Bauches liefern, und ein mobiler C-Bogen für die Bildgebung.

Ein echtes Novum sind neue flexible 3D-Endoskope, mit denen man in größerem Winkel um die Ecke blicken kann. Außerdem kann der Operateur den OP-Tisch in großen Winkeln kippen und neigen, sodass er optimal an die Körperregion des Patienten herankommt. Für Forschung und Lehre befindet sich ein Großbildschirm an der Wand; Studenten und Gäste können darauf alle Schritte des Operations-Teams verfolgen. Mit neuen Überwachungsmodulen können die Anästhesisten die Narkose optimal steuern. Durch einen größer werdenden Anteil von Regional-Anästhesien statt Vollnarkosen lässt sich das Operationsrisiko für die Patienten weiter minimieren.

Im Saal gewonnene Daten wie Bilder und Videos laufen zentral auf einem Server in der IT zusammen und sind dort abrufbar. Die beiden Säle sind speziell für Schlüsselloch-OPs ausgerichtet; große offene Eingriffe wie Lebertransplantationen seien aber dank zur Seite schwenkbarer Technik weiterhin genauso gut möglich, betont Medizintechniker Sattler. Die Firma Olympus hatte den Zuschlag für die Ausstattung bekommen. Deren Techniker schraubten und installierten wochenlang unter Hochdruck; dann konnte der OP-Betrieb starten. Viszeralchirurg Dr. Michael Gock ist einer der Operateure, die die neuen Säle mit 3D-Technik nutzen. „Die minimal-invasiven Eingriffe nehmen zu, also müssen wir jüngere Kollegen optimal in diesen Verfahren ausbilden.“ Insofern sei die Neuausstattung eine Investition in die Zukunft, sagt Harald Jeguschke, Kaufmännischer Vorstand der Unimedizin.