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Aktuelles

Weltweite Live-Schaltung direkt aus dem OP-Saal

02. Juni 2017

Prof. Dr. Robert Mlynski, Chef der HNO-Klinik, am digitalen 3D-Mikroskop während der Konferenzschaltung.

Rostocker HNO-Klinik zum ersten Mal bei internationalen Konferenzübertragung dabei

 

Rostock/Hansaviertel - Premiere in der HNO-Klinik der Unimedizin Rostock. Zwei Operationen haben Rostocker Ärzte erstmals mit einer Live-Schaltung aus dem OP-Saal weltweit übertragen - und zwar über das Onlinenetzwerk LION (Live International Otolaryngology Network). Wer die Übertragungen im Mai sehen wollte, konnte sich auf der Internetseite lion-web.org anmelden. Die Konferenzschaltung ist für ein Fachpublikum angelegt, aber auch Laien, konnten die Übertragung mitverfolgen. Im vergangenen Jahr schauten rund 9000 Nutzer den HNO-Operateuren bei der Arbeit auf die Finger. Diejenigen, die die Runde verpasst haben, können eine Auswahl der aufgezeichneten Videos auch heute noch in der Mediathek anschauen. „Es ist für uns eine Ehre, daran teilnehmen zu dürfen“, sagt Prof. Dr. Robert Mlynski, Chef der HNO-Klinik.

Insgesamt 38 Operationen wurden gleichzeitig auf der ganzen Welt durchgeführt und auf zwei parallel geschalteten Kanälen veröffentlicht. Beteiligt an der internationalen Runde waren neben der Rostocker Klinik unter anderem Spanien, Italien, Schweden, Frankreich, die USA, Brasilien und Australien. Geleitet wurde die Konferenzschaltung von einem Moderator in den Niederlanden, der gleichzeitig die Rolle des Regisseurs übernahm und abwechselnd zwischen den OPs an den verschiedenen Standorten hin und her schaltete. So bekamen die Zuschauer zu jeder Zeit die entscheidenden Momente mit.

Für die Rostocker Ärzte hat sich die Konferenzschaltung gelohnt. Dadurch konnten die Mediziner demonstrieren, worauf sie spezialisiert sind. In zwei komplizierten Eingriffen implantierte Mlynski einem tauben Patienten ein künstliches Innenohr und einer Schwerhörigen ein Hörgerät. Um die millimetergenaue Vorgehensweise während des Eingriffes im Detail erkennen zu können, wurden die Bilder des Arriscopes - einem hochauflösenden, digitalen 3D-Mikroskop - direkt übertragen. Der mit einem Mikrofon verkabelte Mlynski erklärte während der OP Schritt für Schritt und beantwortete Fragen des Moderators. 

Für weitere Aufnahmen kam eine gerade erst frisch angeschaffte Videokonferenzanlage zum Einsatz. „Die Studenten haben sogar einen Teil ihrer Wohnsitzprämie dafür gesponsert, wofür wir sehr dankbar sind“, erklärt HNO-Arzt Schuldt. Die Anlage soll auch nach der Konferenzschaltung im Einsatz bleiben und wird Operationen zu den Vorlesungsthemen direkt in den Hörsaal übertragen.