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Wirkstoffe im Hanf: Rostocker Pharmakologen entdecken neue Mechanismen der Anti-Krebs-Wirkung

01. December 2014

Wirkstoffe im Hanf sind Forschungsgegenstand der Mediziner an der Unimedizin Rostock. Sie untersuchen ihr unterstützendes Potenzial für die Krebsbehandlung – mit verblüffenden Ergebnissen.

 

Neue Mechanismen der Anti-Krebs-Wirkung von Cannabinoiden haben Rostocker Pharmakologen um Prof. Dr. Burkhard Hinz vom Institut für Toxikologie und Pharmakologie der Universitätsmedizin Rostock aufgedeckt. Darüber berichten die Wissenschaftler in zwei aktuellen Arbeiten der international renommierten Fachzeitschrift „Biochemical Pharmacology“. Cannabinoide sind Wirkstoffe in der Hanfpflanze. Die Forscher konnten im Zellkulturexperiment erstmals zeigen, dass Cannabinoide zur erhöhten Zerstörung von Krebszellen durch Killerzellen des Immunsystems führen, indem sie die Bildung eines bestimmten Proteins, des sogenannten ICAM-1, auf der Oberfläche der Krebszellen anregen. Über die gleiche Proteinregulation hemmen Cannabinoide auch das Potenzial von Zellen zur Bildung von Blutgefäßen, die das Tumorwachstum begünstigen. In einer früheren Arbeit hatte die Forschergruppe bereits gezeigt, dass das durch Cannabinoide vermehrt gebildete Protein die Auswanderung von Tumorzellen in umliegendes Gewebe und damit die Bildung von Metastasen hemmt.

Cannabinoide sind seit Anfang der 1990er Jahre in das Interesse der experimentellen und klinischen Forschung gerückt. Dabei liegt ein derzeitiger Fokus auf Cannabidiol, einem Inhaltsstoff der Hanfpflanze, der die Psyche nicht beeinträchtigt und bereits für die Behandlung spastischer Symptome bei Patienten mit Multipler Sklerose eingesetzt wird. „Die Analyse der Anti-Krebs-Wirkung von Cannabinoiden hat das Stadium der experimentellen Forschung bisher nicht überschritten. Die wachsende Kenntnis der verschiedenen Angriffspunkte dieser Substanzen bei der Tumorentstehung gibt jedoch Anlass zur Hoffnung, dass Cannabinoide langfristig eine pharmakologische Option für die Tumortherapie darstellen könnten“, sagt Prof. Hinz.

Die Arbeiten der Rostocker Forschungsgruppe zur Pharmakologie der Cannabinoide werden durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.